Der zentrale Busbahnhof in der Ortsmitte Horhausen; Foto: Christoph Orthen
Zentrale Bushaltestelle in Horhausen bedarf eines Umbaus
Vor gut 25 Jahren wurde er neugestaltet – der zentrale Kardinal-Höffner-Platz mit Bushaltestelle mitten in Horhausen. Im Fokus lagen damals eine neue Flächengestaltung mit der Möglichkeit großer Veranstaltungen (Blumenmarkt, Kirmes etc.), die Anlage von zentralen Parkplätzen und die sachgerechte Errichtung einer Bushaltestelle für den ÖPNV. Seinerzeit – gab es zwei Buslinie die sich in Horhausen trafen und zum Umstieg zwangen – die Linie nach Altenkirchen und diejenige nach Neuwied. So war die Anlage entsprechend mit Mittelsteg und Überdachung angelegt und ermöglichte problemloses Umsteigen vom einen Bus zum anderen.
Heute nun – liegen die Verhältnisse anders! Es gibt lediglich noch einen durchgängigen Linienverkehr der Linie 120, der sich zunehmender Nutzung erfreut. Daher werden heute schon – und wohl auch nach Einschätzung des zuständigen VRM (Verkehrsverbund Rhein-Mosel GmbH) unstreitig weiterhin – deutlich größere, dreiachsige Doppeldeckerbusse im Einsatz notwendig. Diese können die heutige Busanlage aufgrund Ihrer Größe nicht befahren und halten daher seit einiger Zeit schon direkt an der B 256. Die Gemeindevertreter sind sich einig, dass dies kein Zustand ist; es ist gefährlich und es besteht keine Unterstellmöglichkeit für die wartenden Reisenden. Haltende Busse behindern dabei immer wieder den Durchgangsverkehr. Zudem sind die provisorischen Haltestellen nicht barrierefrei.
Bereits im Januar des Jahres trafen sich daher Vertreter von Ortsgemeinde, Verkehrsverbund VRM, LBM und Behörden zu einem Ortstermin. Mit dabei auch die damalige Planerin Marion Kröll vom Planungsbüro Boos & Kröll, die auch heute die planerischen Leistung der Überarbeitung übernimmt.
Neben der oben beschriebenen Liniensituation weist die alte Bushaltestelle auch die heutigen Anforderungen der Barrierefreiheit nicht mehr auf. Für diesen Umbau gewährt der zuständige LBM (Landesbetrieb Mobilität) Zuschüsse. Eine weitere Erschwernis ist die alltäglich mehrfache Ein- und Ausfahrt der Busse in den regen Verkehr auf der B 256.
Maßgabe der Gemeinde ist die Haltestelle wieder auf den Kardinal-Höffner-Platz zu bekommen. Es wurde daher eine Planungsalternative entwickelt und auf den Weg gebracht. Im Einzelnen ist folgendes angedacht: Rückbau der Mittelinsel und der vorhandenen Unterstände der jetzigen Haltestelle, Verlagerung des Wartebereiches nach Süden und der Fahrspuren nach Norden, Einbahnverkehr (Einfahrt nördlich an der Kirchstraße, Ausfahrt südlich am ampelgeführten Überweg), Herstellung der Barrierefreiheit der Gesamtanlage, Einführung einer gezielten speziellen Ampelsteuerung für den Busverkehr mit einer zusätzlichen Einfachampel für den Busverkehr (nach dem Muster Straßenhaus). Selbstverständlich soll der Umbau so erfolgen, dass er auf absehbare Zeit den Anforderungen und ggf. weiteren Änderungen auch standhält. Der ÖPNV nimmt an der Stelle auch einen Teil des Schülerverkehrs der beliebten IGS auf. Funktion und Nutzen für den privaten Individualverkehr mit Parkplätzen sowie die Nutzung der Fläche für Veranstaltungen werden selbstverständlich erhalten bleiben. Unterstände für wartende Reisende werden komplett erneuert werden müssen.
Nach den Vorplanungen hat der Gemeinderat nun die Planungen einstimmig abgesegnet und das Projekt soll in Gang kommen. Es sollen die Zuschussmöglichkeiten aus Mitteln des ÖPNV und des LBM für den barrierefreien Umbau realisiert werden. Die geschätzten reinen Baukosten liegen bei brutto ca. 340 T€ zzgl. Vermessungskosten und Ingenieurhonorare. Wenn alles gut läuft, könnten die Arbeiten z. B. in den Sommerferien 2026 umgesetzt werden, die Bauzeit wird auf ca. 6 Wochen geschätzt. VRM und die für den ÖPNV zuständige Kreisverwaltung sicherten im Vorfeld zu, dass mit der oben beschriebenen Veränderung die heutigen Busse wieder den Kardinal-Höffner-Platz als Bushaltestelle werden nutzen können.
Angeregt wurde in dem Zusammenhang noch von unserer Fraktion die neben dem neuen Wartehaus geplanten abschließbaren Fahrradstellplätze auch gleich mit eBike-Ladestationen zu versehen. Das würde in das gerade erstellte Fahrradwegekonzept passen und befruchtet auch die Nutzung des ÖPNV.
Gleichzeitig zum Umbau der Bushaltestelle sieht die Gemeinde Horhausen in Eigenregie vor, den gesamten Platzbereich zu sanieren und zu überarbeiten. Eine Kostenabschätzung hierfür über etwa 40 T€ liegt bereits vor, die Mittel dazu sind bereits im Haushalt vorgesehen.

