"Betreutes Wohnen" - ein Modell für Horhausen und Flammersfeld?

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„Betreutes Wohnen“ - ein Modell für Horhausen und Flammersfeld?

Abordnung der beiden Gemeinden besichtigte Beispielprojekt in Altenkirchen

Eine Abordnung von Kommunalpolitikern aus Horhausen und Flammersfeld besichtigte Anfang Januar ein Beispielprojekt für wohnortnahe Lösungen der Pflege im ländlichen Raum in der Altenkirchener Wiedstraße. Dort unterhält der DRK Landesverband seit 2014 ein Objekt mit 22 Einheiten zum „Betreuten Wohnen“.

Heimleiter Andreas Artelt vom DRK zeigte die Einrichtung und erläuterte Inhalt und Hintergründe. Das Projekt ist angeschlossen an das Seniorenzentrum, Krankenhaus und die Tagespflege des DRK in Altenkirchen und dort bereits das zweite seiner Art. Ein neues drittes Projekt in unmittelbarer Nachbarschaft ist derzeit in Planung. Auch in Asbach baut der DRK Landesverband derzeit ein vergleichbares Projekt. „Über mangelnde positive Resonanz können wir uns nicht beklagen“ - so Andreas Artelt. 50-60 weitere Interessenten stehen auf der Warteliste. Die Einheiten sind 60 – 80 qm groß und durchweg behindertengerecht eingerichtet. Selbstverständlich ist auch ein Aufzug im Objekt integriert. Der Abstellraum befindet sich in der Wohnung, nicht im Keller, genau wie die Waschmaschinenanschlüsse. Jede Wohnung verfügt über einen Balkon und eine Notrufeinrichtung. Zusätzlich gibt es einen Gemeinschaftsraum mit Küche und Büro und einem angrenzenden Zimmer, welches bei Bedarf für Übernachtungsgäste gebucht werden kann. Sogar Haustiere sind (nach Absprache) grundsätzlich erlaubt. Artelt beschreibt die Gemeinschaft eher wie eine „große funktionierende Familie“. Es sei keine „Wohngemeinschaft“, in der zwingend gemeinsame Einrichtungen genutzt werden müssen. Jeder hat seine eigene vollständige Wohnung. Der Einzelne kann sich bei Bedarf in gemeinsame Unternehmungen einbringen oder die Angebote des Seniorenzentrums in der Nachbarschaft nutzen, muss es aber nicht. Das gilt auch z.B. für die Verpflegung oder warmes Mittagessen.

Es ist ausschließlich eine Miete und kein Kauf möglich. Die Miete liegt bei etwa 10 €/qm und ist damit etwa doppelt so hoch wie die durchschnittliche Miete in der Stadt Altenkirchen. Hinzu kommt eine Nebenkostenpauschale (für Heizung, Wasser, Flurreinigung etc. mit Ausnahme von Strom und Telefon). Die allgemeine alltägliche Betreuung und der Gemeinschaftsraum werden über eine zusätzliche monatliche Servicepauschale abgerechnet. Rund 3,4 Mio € kostete der Neubau seinerzeit, öffentliche Zuschüsse gibt es wohl zurzeit nicht. Das DRK arbeitet selbstverständlich wirtschaftlich - allerdings satzungsgerecht als eingetragener Verein kostendeckend und nicht gewinnmaximiert. Ein großer Vorteil der Einrichtung in Altenkirchen ist natürlich der direkte Anschluss an das Seniorenzentrum, die Tagespflegeeinrichtung, das Krankenhaus und das dortige Ärztehaus. „Wichtig ist unseren Bewohner die tägliche Betreuung – irgendwas ist immer!“ - so Artelt. Zukünftig sieht er auch einen Bedarf in sozialhilfegerechten Wohneinheiten, die aufgrund der gesetzlichen Vorgaben dann nicht größer als 42qm sein dürften.

Christoph Orthen, Beigeordneter in Horhausen und stellv. Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinderat war begeistert von der Vorstellung. Gerade in Horhausen und Flammersfeld mit Ihrer Mittelzentrums- und Grundversorgungsfunktionalität sind derartige neue altersgerechte Wohnmodelle gefragt. „Immer wieder werden wir von Mitmenschen angesprochen, die es in unserer Region schätzen würden, wenn wir altersgerechten Wohn- und Pflegemodellen mit individuellen Bedürfnissen gerecht werden könnten“, so Orthen. Die Gemeinde Horhausen hat sich aktuell beworben am Beratungsprojekt des Landes „WohnPunkt RLP – Gut versorgt auf dem Land“ teilzunehmen. Über geeignete eigene Grundstücke, auf denen solche oder ähnliche Projekte umgesetzt werden könnten, verfügt Horhausen schon. Es bleibt zu hoffen, dass sich Vorhaben solcher oder ähnlicher Art in naher Zukunft realisieren lassen.

Weitere Info`s zum Modell Altenkirchen gibt`s unter www.seniorenzentrum-ak.drk.de. Für Fragen, Anregungen oder Tipps stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

 
 

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